Detailinformationen

Der Stiftungsrat der Pensionskasse SBB (PK SBB) hat entschieden, den Umwandlungssatz abzusenken: Für einen Versicherten, der im kommenden Jahr ab 1. März das ordentliche Pensionsalter 65 erreicht, sinkt der Umwandlungssatz von heute 5,18 % auf 5,08 %. Anschliessend wird der Umwandlungssatz in drei jährlichen Schritten weiter gesenkt.

Für unsere bisherigen Rentner ändert sich nichts.

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Häufige Fragen

1. Was ist der Umwandlungssatz?

Mit dem Umwandlungssatz wird die Höhe der jährlichen Rente aus dem vorhandenen Altersguthaben berechnet. Die Höhe der Rente wird durch Multiplikation des Altersguthabens mit dem Umwandlungssatz ermittelt. Der heutige Umwandlungssatz der PK SBB beträgt 5,18% im Alter 65.

Beispiel: Bei einem Altersguthaben von 500 000 Franken und einem Umwandlungssatz von 5,18% resultiert bei einer Pensionierung im Alter von 65 Jahren eine Rente von 25 900 Franken pro Jahr.

2. Warum muss der Umwandlungssatz gesenkt werden?

Beim Umwandlungssatz werden die Lebenserwartung sowie der zukünftig zu erwartende Anlageertrag (Zinsversprechen) berücksichtigt.

Die Anpassung des Umwandlungssatzes ist nötig, weil die Zinsen und dadurch unsere Renditeerwartungen weiterhin sehr tief sind. Die PK SBB senkt das Zinsversprechen um 0,5% auf 2,0%.

Die Massnahmen helfen, die seit Jahren stattfindende Umverteilung zu Lasten der aktiven Versicherten weiter zu reduzieren.

Fazit: Das bei Pensionierung vorhandene Geld generiert während dem Rentenbezug weniger Ertrag (Reduktion Zinsversprechen). Deshalb muss der Umwandlungssatz tiefer angesetzt werden.

3. Wann treten die Anpassungen in Kraft?

Die Senkung des Zinsversprechens und somit die Senkung des Umwandlungssatzes treten per 1. März 2019 in Kraft.

4. Verletzt die Pensionskasse SBB mit diesen tieferen Umwandlungssätzen nicht das Gesetz? Dort ist ein deutlich höherer Mindest-Umwandlungssatz vorgeschrieben.

Eine Senkung des Umwandlungssatzes steht nicht im Widerspruch zum sogenannten Mindestumwandlungssatz gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Die Pensionskasse SBB hat höhere Leistungen als die Mindestleistungen gemäss BVG. Der gesetzliche Satz gilt nur für die Mindestleistungen. Zum Nachweis der Erfüllung der gesetzlichen Pflicht wird für jede aktiv versicherte Person zur Berechnung der Mindestleistungen separat eine zweite Rechnung geführt – mit dem Mindestumwandlungssatz nach BVG unter Verwendung des BVG-Guthaben jedes Versicherten.

Die PK SBB senkt nicht den BVG-Mindestumwandlungssatz, sondern die Umwandlungssätze nach dem eigenen Vorsorgereglement. In der Folge ist stets vom Umwandlungssatz nach dem Vorsorgereglement der PK SBB die Rede.

Beispiel:

Pensionierung im Alter 65 im Jahr 2022

Altersguthaben bei PK SBB total 500 000 Franken

Umwandlungssatz PK SBB im Jahr 2022 neu 4,73%

ergibt jährliche Pension von 23 650 Franken

Anteil Altersguthaben nach BVG: 200 000 Franken

Umwandlungssatz nach BVG: 6,8%

ergibt jährliche Altersrente nach BVG von 13 600 Franken

Die ordentliche Pension der PK SBB liegt deutlich über der Minimalrente nach BVG.

5. Welchen Umwandlungssatz wird die PK SBB ab 1. März 2019 anwenden?

Umwandlungssatz gültig bei Pensionierungen bis 1. Februar 2019

Pensionierungsalter 58 60 62 65
bis 1. Februar 2019 4,38% 4,58% 4,80% 5,18%

 

Umwandlungssatz gültig bei Pensionierungen ab 1. März 2019

Pensionierungsjahr 58 60 62 65
2019 4,27% 4,48% 4,70% 5,08%
2020 4,17% 4,37% 4,59% 4,96%
2021 4,08% 4,27% 4,49% 4,85%
2022 3,98% 4,17% 4,38% 4,73%

6. Was ist das Zinsversprechen und warum wird dieses auf 2,0% gesenkt?

Das Zinsversprechen ist der Zinssatz, der einem Rentner bei der Pensionierung garantiert wird. Es beträgt aktuell 2,5% und wird per 1. März 2019 auf 2% gesenkt. Die Senkung des Zinsversprechens ist nötig, weil die Zinsen und dadurch unsere Renditeerwartungen weiterhin sehr tief sind. Das Zinsversprechen bildet die Basis für die Berechnung des Umwandlungssatzes (s. Punkt 2. «Warum muss der Umwandlungssatz gesenkt werden?»).

7. Mit welchen Renteneinbussen muss ich rechnen?

Je nach Alter und Abfederung (s. Punkt 8. «Wie werden die Folgen der Anpassungen abgefedert?») beträgt die Renteneinbusse zwischen 0 und 6%. In Einzelfällen muss mit grösseren Verlusten gerechnet werden.

8. Wie werden die Folgen der Anpassungen abgefedert?

Die durch die Pensionskasse getroffenen Massnahmen haben einen tieferen Umwandlungssatz zur Folge und führen zu tieferen Renten für zukünftige Rentner. Damit dies nur in einem reduzierten Umfang eintritt sind einerseits Massnahmen für jüngere und andererseits für ältere Versicherte notwendig.

Durch zusätzliche Sparbeiträge wird sichergestellt, dass die zukünftige Rente der jüngeren Versicherten auch nach den Massnahmen ungefähr auf dem gleichen Niveau bleibt. Es ist eine Erhöhung der Sparbeiträge um 1,5% per 1. März 2019 notwendig. Die Finanzierung erfolgt insgesamt paritätisch. Der bislang unterproportionale Anteil des Arbeitgebers bei den jüngeren Versicherten wird hingegen korrigiert. Die Aufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird neu wie folgt vorgenommen:

Alter Sparbeitrag AN Sparbeitrag AG Altersgutschrift
22 - 29 7,0% (-) 7,5% (+1,5%) 14,5%
30 - 39 8,5% (-) 9,0% (+1,5%) 17,5%
40 - 49 11,0% (+1,0%) 13,0% (+0,5%) 24,0%
50 - 65 12,5 (+1,0%)% 18,0% (+0,5%) 30,5%
66 - 70 7,75 (+1,0%)% 9,25% (+0,5%) 17,0%

 

Die Sparbeiträge fliessen ins persönliche Alterskapital jedes Versicherten.

Um die Renteneinbusse aufgrund der Senkung des Umwandlungssatzes für die älteren Versicherten reduzieren zu können, gewährt die PK SBB folgende Abfederungen und Garantien:

Für Versicherte mit Geburtsdatum bis 31. Januar 1961 (und älter), die seit dem 1. Februar 2018 (oder länger) ununterbrochen bei der PK SBB versichert sind, gilt eine frankenmässige Besitzstandsgarantie: Wer ab dem 1. März 2019 in Pension geht, erhält mindestens diejenige Alterspension, auf die er bei einem Altersrücktritt per 1. Februar 2019 Anspruch gehabt hätte. Bei teilweisem Kapitalbezug, Auszahlung infolge Scheidung oder Vorbezug für die Wohnbauförderung (WEF) wird diese Garantie proportional gekürzt. Die Garantie gilt in Franken. Die Umwandlungssätze sind aber nicht garantiert, diese verändern sich gemäss obenstehender Tabelle, auch für Versicherte mit Geburtsdatum 31. Januar 1961 und älter.

Beispiel für eine Person die am 1. Februar 2019 63 jährig ist

Situation vor dem Wechsel: Altersguthaben 500 000 Franken, Umwandlungssatz bisher 4,918%, ergibt jährliche Pension von 24 590 Franken

  • Bei einer Pensionierung ab 1. März 2019 erleidet der Versicherte keine Verluste, da die Besitzstandsgarantie in der Höhe von 24 590 Franken voll wirkt. Bei einer Pensionierung zwischen 1. Februar 2019 und 1. Mai 2019 bleibt die Pension so immer gleich hoch.
  • Anschliessend steigt die Pension wieder an. Bei einer Pensionierung im Alter von 63 Jahre 6 Monate beträgt die Pension dann 24 971 Franken. Dieser Betrag liegt über der frankenmässigen Garantie von 24 590 Franken, ist aber tiefer als die Pension gemäss bisherigem Vorsorgereglement von 25 467 Franken.
  • Wenn sich die Person entschliesst, im Jahr 2021 mit 65 Jahren in Rente zu gehen, sieht die Situation wie folgt aus:

Bisherige Situation: Altersguthaben 544 837 Franken, Umwandlungssatz bisher 5,16%, ergibt jährliche Pension von 28 114 Franken

Neue Situation: Altersguthaben 546 637 Franken, Umwandlungssatz neu 4,85%, ergibt jährliche Pension von 26 512 Franken. Dies liegt über der frankenmässigen Garantie von 24 590 Franken.

9. Haben alle Versicherten eine Erhöhung der Sparbeiträge?

Ja, die Sparbeiträge von allen Versicherten werden erhöht, die Wirkung ist aber bei den jungen Versicherten am grössten, da diese noch viel länger sparen können als die älteren Versicherten.

10. Bis wann muss ich kündigen, wenn ich vor der Senkung des Umwandlungssatzes in Pension gehen will?

Falls Sie vor der Senkung des Umwandlungssatzes in Pension gehen wollen, muss Ihr Arbeitsverhältnis spätestens am 31. Januar 2019 enden, damit Ihre erste Altersrente im Februar 2019 ausbezahlt werden kann. Bitte beachten Sie Ihre Kündigungsfrist.

11. Was geschieht mit den laufenden Renten?

Vor dem 1. März 2019 bereits laufende Renten sind von dieser Änderung nicht betroffen. Die Höhe dieser Renten bleibt unverändert.

12. Hat die Senkung des Umwandlungssatzes einen Einfluss auf meine Austrittsleistung, wenn ich die PK SBB verlasse?

Nein, die Senkung hat keinen Einfluss auf die Austrittsleistung. Der Umwandlungssatz wird nur für die Rentenberechnung verwendet.

13. Ich profitiere noch von den Garantien aus dem Wechsel vom Leistungsprimat ins Beitragsprimat. Ist diese Garantie auch nach dem 1. März 2019 gültig?

Ja, die Garantien aus dem Wechsel vom Leistungsprimat ins Beitragsprimat bleiben unverändert bestehen.

14. Was geschieht mit meiner Garantie aus dem Wechsel vom Leistungsprimat ins Beitragsprimat, wenn ich einen Teil des Altersguthabens in Kapitalform beziehe?

Wird ein Teil des Altersguthabens in Kapitalform bezogen, hat die Garantie weiterhin ihre Gültigkeit. Sie geht auf keinen Fall verloren und verfällt nicht. Sie wird jedoch anteilsmässig entsprechend der Höhe des Kapitalbezugs gekürzt.

15. Ich habe ein Gesuch um Kapitalbezug bei meiner Pensionierung eingereicht. Welchen Einfluss hat nun die Senkung des Umwandlungssatzes auf mein Gesuch?

Die Senkung des Umwandlungssatzes hat auf die Möglichkeit des Kapitalbezugs keinen Einfluss. Wichtig ist, dass die entsprechende Anmeldefrist von 6 Monaten eingehalten wird.

16. Reduziert sich die Höhe meines Kapitalbezuges durch die Senkung des Umwandlungssatzes?

Nein, der Kapitalbezug wird nicht mit dem Umwandlungssatz berechnet. Das nach dem Kapitalbezug verbleibende Altersguthaben wird mit dem neuen Umwandlungssatz multipliziert; daraus resultiert die Alterspension.

17. Ändert wegen der Senkung des Umwandlungssatzes auch die Rückzahlung der Überbrückungspension ab dem AHV-Alter?

Ja. Die Rückzahlungssätze für die Überbrückungspension können um rund 9% reduziert werden. Die tieferen Rückzahlungssätze gelten für alle Rentner, bei denen die Rückzahlung der Überbrückungspension nach dem 1. März 2019 beginnt. Die per 1. März 2019 schon laufenden Rückzahlungen der Überbrückungspension erfahren keine Änderungen.

18. Anfang 2014 hiess es, dass die PK SBB vollständig saniert sei und die Sanierungsbeiträge wurden aufgehoben. Warum musste seither trotzdem mit verschiedenen Massnahmen die PK stabilisiert werden?

Die PK ist seit 2014 tatsächlich nicht mehr in Sanierung und weist einen Deckungsgrad von über 100% aus. Die Wertschwankungs-reserven für die Anlagen der Pensionskasse sind aber noch nicht auf der Zielhöhe und die Kasse ist gegenüber verschiedenen Risiken stark exponiert, da sie einen sehr hohen Rentneranteil hat. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die PK SBB rasch reagiert, wenn die Situation an den Finanzmärkten eine nachhaltige Finanzierung erschwert.

19. Ich könnte noch vor dem 1. März 2019 in Pension gehen. Wie kann ich entscheiden, ob für mich eine Pensionierung vor oder nach diesem Datum vorteilhafter ist?

Sie finden hier unser neues Berechnungstool myPK, das Ihnen aufzeigt wie hoch Ihre Rente bei Pensionierung vor und nach dem Grundlagenwechsel sein wird. Selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne persönlich.

20. Welche Auswirkungen hat die Senkung des Umwandlungssatzes, wenn einzelne Teilpensionierungen vor und nach dem 1. März 2019 vollzogen werden?

Für Teilpensionierungen vor Senkung des Umwandlungssatzes (mit Rentenbeginn spätestens am 1. Februar 2019) wird der alte Umwandlungssatz angewendet; für Teilpensionierungen nach der Senkung (mit Rentenbeginn ab 1. März 2019) wird der neue Umwandlungssatz angewendet.