Nachhaltigkeitspolitik

Die Pensionskasse SBB (PK SBB) hat sich sehr intensiv, breit und umfassend mit dem Thema nachhaltiger Kapitalanlagen auseinandergesetzt. Sie unterstützt nachhaltiges Wirtschaften der Unternehmen, in denen sie investiert ist. Die vom Stiftungsrat verabschiedete Nachhaltigkeitspolitik soll im Interesse der Versicherten dazu beitragen, dass Anlage- und Reputationsrisiken verringert werden. Als Richtschnur dienen in der Schweiz demokratisch legitimierte Grundlagen.

Die PK SBB regelt mit dieser Politik generelle Prinzipien der Nachhaltigkeit, die bei Anlage-Entscheiden zu erfüllen sind. Die Nachhaltigkeitspolitik hält auch fest, dass die erwartete Rendite des Anlageportfolios durch entsprechende Einschränkungen nicht geschmälert werden darf.

 

Engagement

Am 3. Dezember 2015 wurde der Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK – ASIR) unter Mitwirkung der PK SBB gegründet. Der SVVK – ASIR prüft und überwacht die Anlageuniversen seiner Mitglieder und identifiziert anhand von ESG-Kriterien als problematisch erachtete Unternehmen (ESG steht für Environment, Social, Governance, das heisst es werden die Faktoren Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung berücksichtigt). Dabei werden die von der Schweiz verabschiedeten Gesetze, Verordnungen sowie internationale Abkommen und Konventionen als Basis für die Definition von ESG-Kriterien herangezogen. Mit diesen Unternehmen wird ein kritischer Dialog geführt, der zu einer Verbesserung der Geschäftspraktiken führen soll. Durch die Bündelung der gemeinsamen Anliegen von grossen institutionellen Investoren in der Schweiz mit Vermögen von über 200 Milliarden Schweizer Franken können ein stärkerer Einfluss geltend gemacht sowie Kostensynergien genutzt werden.

Ausschlussliste

Sofern der direkte Dialog mit einem als problematisch eingestuften Unternehmen zwar erfolgt, dieser aber keine Verbesserung bewirken konnte, wird das Unternehmen auf die Ausschlussliste des SVVK – ASIR gesetzt. Rüstungsfirmen, die geächtete Waffen wie z.B. Antipersonen-Minen, Streumunition oder Kernwaffen produzieren, werden direkt ausgeschlossen. Die PK SBB setzt die vom SVVK – ASIR publizierte Liste „Empfehlungen zum Ausschluss“ um.

Aktivitätsreport

2018 veröffentlichte der SVVK – ASIR erstmals einen Aktivitätsreport. Im 3. Quartal hat der Verein in Zusammenarbeit mit der Firma GES mit 364 Unternehmen aktiv den Dialog gesucht. In 129 Fällen führt GES den Dialog weiter, um die Erreichung individueller Ziele nachzuverfolgen und messbare Veränderungen bei den Geschäftspraktiken festzustellen. In den restlichen 235 Fällen soll im Rahmen des Dialogs Informationen gesammelt werden, um entweder den Dialog weiterzuführen, falls es sich um einen Fall mit wesentlichen Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt handelt, oder um den Fall abzuschliessen.

Klimawandel

An der Klimakonferenz in Paris wurde Ende 2015 ein Übereinkommen verabschiedet, welches erstmals alle Staaten zur Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet. Dieses hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Die Schweiz hat das Übereinkommen am 6. Oktober 2017 ratifiziert und hat sich damit verpflichtet, ein Reduktionsziel von minus 50 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 eingegangen. Künftig fliessen die Vorgaben des Übereinkommens ebenfalls in die Überlegungen des SVVK – ASIR ein und finden dadurch Berücksichtigung in der Anlagestrategie der PK SBB.

2015, 2016 und 2017 hat sich die PK SBB zusammen mit anderen grossen Schweizer institutionellen Anlegern an Studien des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zu Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz Schweiz beteiligt. In diesem Rahmen erhielt sie je einen individuellen «carbon report», der die Risiken in den bestehenden Aktien- und Obligationenportfolios aufzeigt.