Vorbezug / Verpfändung

Wie kann ich mein Pensionskassenguthaben für die Finanzierung von Wohneigentum einsetzen?

  • Sie können Ihr Guthaben ganz oder teilweise vorbeziehen und als Eigenkapital einsetzen (= Vorbezug)
  • Sie können Ihr Guthaben ganz oder teilweise verpfänden und als Sicherheit für das Fremdkapital einsetzen (= Verpfändung).

 

Welche Bedingungen muss ich erfüllen?

Sie haben das 62. Altersjahr noch nicht vollendet und bezahlen als Arbeitnehmer Beiträge an die Pensionskasse

 

Wofür kann ich mein Pensionskassenguthaben verwenden?

  • Für den Kauf und den Bau von Wohneigentum, das selbst und dauernd bewohnt wird.
  • Für Wert vermehrende und Wert erhaltende Investitionen in Ihr selbst bewohntes Wohneigentum.
  • Für den Kauf von Anteilscheinen einer Wohnbaugenossenschaft oder eine ähnliche Beteiligung.
  • Für die Rückzahlung von Hypothekardarlehen, die das selbstbewohnte Wohneigentum belasten

 

Wofür darf ich mein Pensionskassenguthaben nicht einsetzen?

Nicht erlaubt ist die Finanzierung von:

  • Zweitwohnungen
  • Ferienhäusern
  • Mobilheimen usw.

 

Kann ich ein weiteres Mal Geld vorbeziehen?

Ja. Dies ist aber frühestens fünf Jahre nach dem letzten Vorbezug möglich.

 

Bitte beachten Sie!

Der Entscheid, bei der Finanzierung von Wohneigentum auf Mittel der beruflichen Vorsorge zurückzugreifen, sollte wohlüberlegt sein; er bringt sowohl Vor- wie auch Nachteile. Ein Vorbezug oder eine Pfandverwertung hat eine Kürzung der versicherten Leistungen zur Folge. Ausgenommen ist die Invalidenpension.

 

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Nebst einem Vorbezug bzw. einer Verpfändung haben Sie auch die Möglichkeit ein zinsgünstiges Hypothekardarlehen bei der Pensionskasse SBB aufzunehmen.

Rückzahlung

Kann eine freiwillige Rückzahlung des Vorbezugs erfolgen?

Sie können den Vorbezug freiwillig zurückzahlen. Der Mindestbetrag der Rückzahlung beträgt 10 000 Franken. Ist der ausstehende Vorbezug kleiner, so ist die Rückzahlung in einem Betrag zu leisten.

Die freiwillige Rückzahlung ist zulässig:

  • bis zum vollendeten Alter 62;
  • bis zum Eintritt eines Vorsorgefalls (vorzeitige Pensionierung, Tod, Invalidität);
  • bis zur Barauszahlung der Freizügigkeitsleistung (bei endgültigem Verlassen der Schweiz, bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit).

 

Wann muss der Vorbezug zwingend zurückbezahlt werden?

Sie oder Ihre Erben müssen unserer Kasse den vorbezogenen Betrag zurückzahlen, wenn

  • das Wohneigentum vor dem Vorsorgefall verkauft oder an Dritte vermietet wird;
  • das Wohneigentum mit Rechten belastet wird, die wirtschaftlich einem Verkauf gleichkommen (zum Beispiel unentgeltliches Wohnrecht);
  • die Wohnung im Rahmen einer Wohnbaugenossenschaft gekündigt wird;
  • beim Tod des Versicherten keine Vorsorgeleistungen fällig werden.

Beim Verkauf des Wohneigentums beschränkt sich die Rückzahlungspflicht auf den Netto-Erlös.

 

Welche Folgen hat die Rückzahlung des Vorbezugs?

Als Folge der Rückzahlung werden die Versicherungsleistungen erhöht.

Bei einer Rückzahlung des Vorbezugs können Sie die Rückerstattung des damals auf dem Vorbezug bezahlten Steuerbetrages verlangen (ohne Zins). Dabei ist eine Frist von drei Jahren nach der Rückzahlung einzuhalten.

Bestehen mehrere Vorbezüge, wird die Steuerrückerstattung in der Reihenfolge der seinerzeitigen Bezüge vorgenommen.

Für die Rückerstattung der Steuern müssen Sie ein schriftliches Gesuch an diejenige Steuerbehörde richten, die seinerzeit den Vorbezug besteuert hat. Dem Gesuch ist eine Bestätigung beizulegen, die Aufschluss gibt über:

  • die Rückzahlung (diese Bescheinigung erhalten Sie von Ihrer Pensionskasse);
  • das im Wohneigentum investierte Vorsorgekapital (diese Bescheinigung wird Ihnen automatisch von der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV zugesandt);
  • den Steuerbetrag, der zum Zeitpunkt des Vorbezugs an den Bund, den Kanton und die Gemeinde bezahlt wurde.